Go Film: The Go Masters ("An Unfinished Chess Game")

Datum
25.03.2011 19:00
Ort
Chinaclub Berlin
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1945: Der Krieg ist vorbei. Japan hat kapituliert. Kuang Yishan, ehemals ein bekannter chinesischer Go-Spieler (Weiqi, im englischen Titel fälschlich mit “Chess” übersetzt), kommt nach Japan, um dort seinen Sohn Ah-Ming zu suchen. Vor 20 Jahren hat er diesen in die Obhut des Japaners Rinsaku Matsunami gegeben, ebenfalls ein großer Go-Spieler und in Japan Leiter einer Go-Schule. Tatsächlich ist Ah-Ming ein herausragender Spieler geworden. Er hat Rinsakus Tochter geheiratet und den höchsten japanischen Go-Titel gewonnen. Doch inzwischen ist Japan in China einmarschiert. Es kursieren Nachrichten von schrecklichen Massakern. Rinsaku will das nicht glauben, Ah-Ming aber will nach China zurück. Dabei wird er erschossen. Seine Frau, mit der er eine Tochter hat, verliert den Verstand. In China war Kuang Yishan vor den Japanern geflohen und hatte dabei Frau und Tochter verloren. Jetzt, in Japan, erfährt er, dass auch sein Sohn tot ist, angeblich durch Verrat von Rinsaku. Er will diesen umbringen, doch sagt man ihm, auch dieser lebe nicht mehr. Verbittert kehrt er nach China zurück. Bald nach Gründung der Volksrepublik kommt eine japanische Go-Delegation nach China. Zu ihr gehört auch Rinsaku. Der will Kuang sehen, doch dieser weigert sich. Daraufhin sucht ihn Rinsakus Schwester auf, zusammen mit einem Mädchen, von dem sich herausstellt, dass sie Ah-Mings Tochter ist. Sie bringen Kuang die Asche seines Sohnes. Jetzt erst ist er bereit, den früheren Freund zu empfangen. Von diesem erfährt er, was wirklich geschah, und dass Rinsaku am Tod des Sohnes unschuldig war. Sie versöhnen sich, machen eine gemeinsame Reise. Im Kopf spielen sie eine Partie zu Ende, die seinerzeit durch eine Verhaftung Kuangs unterbrochen worden war. Dies war einer der ersten - und wenigen - Filme in China, in denen nicht nur die japanischen Kriegsverbrechen zur Sprache kommen, sondern auch die inneren Konflikte von Japanern, die chinesische Freunde hatten und sich China verbunden fühlten. Ein großer und mutiger Film, wie er wohl nur in der freien Atmosphäre der frühen 80er-Jahre entstehen konnte.

(Anm.: Der Film lief letztes Jahr im Chinesischen Kulturzentrum unter dem Titel “The Go Masters” mit der Untertitelung von Peter Gebert. Diesmal handelt es sich wohl die schlechtere Originalübersetzung (bspw. wird hier Weiqi mit Chess anstatt Go übersetzt.))